Kultur Winterthur

Logo Stadt WinterthurBibliotheken Winterthur

Winterthurer Bibliotheken

Obere Kirchgasse 6

Postfach 132

8401

Winterthur

Tel.: 052 267 51 48

Inhaltsbereich

Sie befinden sich:

Neujahrsblätter

In der Reihe der Neujahrsblätter publiziert die Stadtbibliothek seit 1663 Schriften zur Geschichte Winterthurs. Die noch erhältlichen Werke sind im aktuellen Prospekt  aufgeführt. Die Neujahrsblätter sind in der Stadtbibliothek sowie in der Sammlung Winterthur direkt zu beziehen, wobei bei den älteren Titeln eine Vorausbestellung nötig ist.

Bestellte Neujahrsblätter können Sie selbst bei uns abholen oder sie sich per Post schicken lassen, wobei dann zusätzliche Kosten von 10 Fr. für Porto und Verpackung verrechnet werden (Inland-Versand).
Bitte geben Sie in der Bestellung im Mitteilungs-Feld an, ob Sie sie abholen kommen.

Titelbild Neujahrsblatt

Farbraum Stadt: Farbkultur in Winterthur

356. Neujahrsblatt 2019

 

Mit Beiträgen von Andres Betschart, Stefan Gasser, Basil Marty, Marcella Wenger-Di Gabriele, Stefanie Wettstein und Jasmin Widmer.

 

Welche Farben geben der Stadt Winterthur ihr Gesicht? Fachleute vom Haus der Farbe, Zürich, haben in der Altstadt und in Quartieren den Farbcharakter von verschiedenen typischen Bausituationen ermittelt. Daraus sind ein Buch und vier grossformatige Farbkarten entstanden.
Die Karten zeigen auf, wie facettenreich die Farbgebung von Häusern unsere Umgebung gestaltet, und bilden eine sachliche Grundlage für Diskussionen um die Gestaltung von Hausfassaden bei Um- und Neubauten. Das Buch ergänzt die Farbkarten mit vertieftem Wissen zur Farbigkeit der Stadt in der Gegenwart und Vergangenheit. In vier Beiträgen kommen historische, ästhetische und denkmalpflegerische Aspekte der städtischen Farbkultur zur Sprache.
Fotografien von Michael Erik Haug leiten durch den Band.

 

Nach oben

Farbtafel

Aemilius Müller - Ästhetik der Farbe

355. Neujahrsblatt 2018

 

Werner Spillmann (Herausgeber). Mit Beiträgen von Ulrich Bachmann, Andres Betschart, Verena M. Schindler, Werner Spillmann und Stefanie Wettstein

 

Der Winterthurer Farbwissenschaftler und -praktiker Aemilius Müller (1901–1989) veröffentlichte zahlreiche Farbenatlanten und Farbtafeln sowie Schriften zur Farbtheorie und zur Farbenharmonie. Er entwickelte die Farbenlehre des deutschen Chemie-Nobelpreisträgers Wilhelm Ostwald weiter und stellte mit den Publikationen in seinem Chromos Verlag den Fachleuten der Textilbranche, der Innendekoration und des grafischen Gewerbes wertvolle Hilfsmittel bereit. Seine Tafeln, Bücher und Lehrmittel zur Farbwissenschaft sind nicht nur für die Fachwelt interessant, sondern auch ästhetisch äusserst ansprechend.
Der Farbexperte Werner Spillmann hat Aemilius Müllers Farbwerke noch zu Müllers Lebzeiten erworben und Ausstellungen in Winterthur, Frankfurt a. M., New York und an weiteren Orten initiiert. Dieser reich illustrierte Band gibt einen Überblick über Müllers OEuvre, wobei der Schwerpunkt auf dem grossen Spätwerk «Ästhetik der Farbe» liegt. Einführende Texte
erklären Aemilius Müllers Farbentheorie und Farbenharmonielehre und richten den Blick auf das Leben dieser eigenwilligen Persönlichkeit im Spannungsfeld zwischen Kunstgewerbe
und Wissenschaft.

Nach oben

Zusammen alleine

Alltag in Winterthurer Kinder- und Jugendheimen 1950 - 1990

354. Neujahrsblatt 2018

 

Mit Beiträgen von Clara Bombach, Thomas Gabriel, Samuel Keller, Nadja Ramsauer und Alessandra Staiger Marx

 

Im 20. Jahrhundert wurden in der Schweiz Zehntausende Kinder und Jugendliche in Pflegefamilien und Heimen platziert. Das Kindeswohl und die individuelle Entwicklung der Heranwachsenden waren dabei oft nachrangig. Für viele betroffene Kinder und Jugendliche war das Aufwachsen im Heim mit der Erfahrung von Isolation und einem Mangel an Zuwendung verbunden. Als sogenannte Heimkinder bekamen sie lediglich eine rudimentäre Schul- und Berufsbildung. Eine unbekannte Zahl wurde Opfer von Gewalt oder sexuellem Missbrauch.
Für dieses Neujahrsblatt der Stadtbibliothek arbeiteten Forscherinnen und Forscher der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW), Departement Soziale Arbeit, im Auftrag der Stadt die Geschichte der Winterthurer Kinder- und Jugendheime zwischen 1950 und 1990 auf. Um aus ihrer Geschichte zu lernen, wünschte die Auftraggeberin ausdrücklich keine Heile-Welt-Darstellung, die schwierige Kapitel ausklammert.
Die Erfahrungen der ehemaligen Heimkinder stehen dabei im Zentrum. Im Buch kommen sie durch zahlreiche Zitate aus den mit ihnen geführten Interviews zu Wort. Ergänzt werden ihre Perspektiven durch Berichte früherer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Heimerziehung in Winterthur wird zudem anhand von Archiv- und Bildmaterial dargestellt.

 

Nach oben

Das Kürzel k.

Hans Kägi (1889 –1971) – Redaktor und Schriftsteller in Winterthur

353. Neujahrsblatt 2017

 

Karin Briner

 

Von den Jahren des Ersten Weltkriegs bis zu seinem Tod 1971 war der Winterthurer Redaktor und Lokalhistoriker Hans Kägi (geboren 1889) im Kulturleben der Stadt allgegenwärtig: zunächst als Feuilleton- und Lokalredaktor des «Neuen Winterthurer Tagblatts», später als Mitbegründer und Redaktor des «Winterthurer Jahrbuchs». Seine literarische Karriere blieb zwar früh in den Mühen des Alltags stecken, als Mitbegründer und Vorstandsmitglied der Literarischen Vereinigung Winterthur war seine Stimme im lokalen Literaturbetrieb aber immer präsent.
Kägis Leben selbst böte Stoff für einen Roman: Dem Aufstieg aus einfachen Verhältnissen in die intellektuelle Elite Winterthurs folgte eine Schaffens- und Lebenskrise, die zum Bruch mit Familie und Gesellschaft und zur Flucht ins Tessiner Exil führte. 65-jährig kehrte Hans Kägi nach Winterthur zurück, wo seine Arbeit endlich gesellschaftliche Anerkennung fand – auch von offizieller Seite durch die Stadt Winterthur.
Im 353. Neujahrsblatt der Stadtbibliothek Winterthur erzählt die Historikerin Karin Briner das durch einen unbändigen «Willen, vorwärtszukommen» geprägte Leben der Winterthurer Persönlichkeit im Spiegel der gesellschaftlichen Veränderungen des 20. Jahrhunderts.

 

Nach oben

Informierter Eigensinn

Informierter Eigensinn

Die Literarische Vereinigung Winterthur 1917– 2017

352. Neujahrsblatt 2017

 

Mit Beiträgen von Lisa Briner Schönberger, HansJoerg Diener, Helmut Dworschak, Ute Kröger, Ruth Loosli, Angelika Maass, Claudio Notz, Gerhard Piniel, Evelyn Schertler Kaufmann, Peter Stamm und Barbara Tribelhorn

 

Neun gebildete Herren der guten Gesellschaft gründeten am 27. November 1917 die Literarische Vereinigung Winterthur mit dem Ziel, «im Kulturleben der Stadt Winterthur das Literaturgeschichtliche zu pflegen und die erzählende Dichtung wie auch die Poesie zu unterstützen». Seither hat sich die «Literarische» am Puls der Zeit weiterentwickelt: Längst ist sie nicht mehr nur in Männerhand, und mit ihren Autorenlesungen beweist sie seit Jahrzehnten ein gutes Gespür für die Trends der deutschsprachigen Literaturszene. Im Buch zum 100-Jahr-Jubiläum der Literarischen Vereinigung Winterthur erzählt die Germanistin und Historikerin Ute Kröger diese Geschichte mit besonderem Blick auf die prägenden Personen nach. Erinnerungen an bemerkenswerte Gäste und Veranstaltungen der «Literarischen» sowie ein Porträt des heutigen Vereins und ein Blick auf die Winterthurer Literaturszene runden die Darstellung ab. Und mit Peter Stamm kommt auch ein prominenter Winterthurer Autor der Gegenwart zu Wort.

 

Nach oben

Titelbild Rychenberger Gastbuch

Das Rychenberger Gastbuch

Gastfreundschaft beim Musikmäzen Werner Reinhart

351. Neujahrsblatt 2016

 

Mit Beiträgen von Rudolf Koella, Laurenz Lütteken, Gertrud Muraro-Ganz, Werner Pfister und Ulrike Thiele.

 

Das Rychenberger Gastbuch gewährt einen Überblick über 50 Jahre Gastfreundschaft der Familie Reinhart im Winterthurer «Rychenberg». Neben Verwandten und Freunden trugen sich auch viele Künstlerpersönlichkeiten – vor allem Komponisten und Interpreten – mit Notenbeispielen, Versen, Zeichnungen und scherzhaften wie nachdenklichen Zeilen ins Gastbuch ein, sodass dieses fast ein halbes Jahrhundert des Winterthurer Musiklebens widerspiegelt (1903–1951). Obwohl die Hand Werner Reinharts im Gastbuch unsichtbar bleibt, steht er doch ab 1919 ganz im Zentrum eines Beziehungsgeflechtes von Künstlern, die er auf verschiedenste Weise förderte und unterstützte. Die Konzerte des Musikkollegiums – die Werner Reinhart grosszügig mitfinanzierte und zusammen mit dem bedeutenden Dirigenten Hermann Scherchen auch weitgehend programmierte – spielten dabei eine wichtige Rolle.
Das Buch ist eine Begleitpublikation zur Programmsaison 2016/17 des Musikkollegiums, in deren Zentrum ebenfalls das Rychenberger Gastbuch und das BeziehungsnetzWerner Reinharts steht.

 

Nach oben

Titelbild des Neujahrsblattes 2016: Schauplätze: Der Verein Frauenstadtrundgang Winterthur inszeniert Geschichte(n)

Schauplätze

Der Verein Frauenstadtrundgang Winterthur inszeniert Geschichte(n)

350. Neujahrsblatt 2016

 

Mit Beiträgen von Eva Bachmann, Karin Briner, Helen Girardier, Monika Imhof, Bettina Mosca-Rau, Verena Rothenbühler, Regina Speiser, Jeannine Stauffer, Fränzi Thürer, Anne-Marie Weder.

Redaktion: Bettina Mosca-Rau, Regina Speiser, Fränzi Thürer.

 

Hatte die Französische Revolution einen Einfluss auf das Leben der Winterthurerinnen? Wer kümmerte sich um die Kinder, während ihre Mütter in der Blüte der Winterthurer Industrie in den Spinnereien arbeiteten? Wie sah der Alltag einer Krankenschwester im letzten Jahrhundert aus? Die Rollen der Frauen haben sich seit dem Mittelalter stark gewandelt. Der Verein Frauenstadtrundgang Winterthur geht seit bald zwanzig Jahren in Archiven, Bibliotheken und persönlichen Begegnungen Lebensspuren von Frauen nach. Das Leben und Wirken dieser in der Öffentlichkeit bekannten wie auch unbekannten Frauen präsentiert der Verein an Schauplätzen, mit denen die Frauen verbunden sind, und lässt dadurch die Stadt Winterthur in neuem Licht erscheinen. Im Neujahrsblatt 2016 der Winterthurer Bibliotheken lädt der Verein Frauenstadtrundgang Winterthur zu einer Entdeckungstour ein: Die Autorinnen erzählen von Ereignissen und Bewegungen, die zu neuen Frauenbildern geführt haben, und zeigen, wie auf den Rundgängen Frauengeschichte(n) packend und authentisch dargestellt werden.

 

 

Nach oben

Winterthur - Was bisher geschah

Chronologie 1850 - 2014

349. Neujahrsblatt 2015

 

Mit Beiträgen von Andres Betschart, Karin Briner, Erwin Eugster, Regula Geiser, Lena Schwarz.

 

Was haben der Abgasturbolader, ein Granitblock aus dem Puschlav und der schönste Mann der Schweiz mit der Geschichte Winterthurs von 1850 bis heute zu tun? – Auf den ersten Blick nicht viel. Auf den zweiten Blick aber schon: Sie sind Teil davon.


Das Neujahrsblatt «Winterthur – Was bisher geschah» blickt nicht nur auf die «offizielle» Geschichte der Stadt zurück, sondern hat auch ein Auge für die kleinen Geschichten. Die Chronologie 1850 – 2014 gibt die wichtigsten Ereignisse aus der Geschichte Winterthurs in Kurzform wieder. Gleichzeitig stellt sie berühmte und weniger berühmte Winterthurer Persönlichkeiten vor, ruft Ereignisse in Erinnerung, die den Namen der Stadt für kurze Zeit in die Welt hinausgetragen haben, und wirft einen Blick auf Winterthur als literarischen Schauplatz. Sie erzählt von vergessenen Zeitzeugen und stöbert in Verwaltungsakten, spaziert durch die Marktgasse von früher und lässt Zeitungsartikel vergangener Zeiten für sich selbst sprechen. Ein Sach- und ein Ortsregister ermöglichen einen gezielten Zugang zu den Informationen im zweiten Band der neuen Winterthurer Stadtgeschichte.


So verbindet das Neujahrsblatt «Winterthur – Was bisher geschah» zwei Projekte des Jubiläums 750 Jahre Stadtrecht von 2014: die neue Winterthurer Stadtgeschichte und den Erinnerungsblog stadtliebe.ch der Winterthurer Bibliotheken.

 

 

Nach oben

Memoiren des Winterthurer Stadtratsweibels Jakob Heinrich Meyer 1814 – 1894

Geschrieben im Gefängnis La Roquette in Paris 1848

348. Neujahrsblatt 2014

 

Übersetzt und kommentiert von Dieter Siegenthaler.

 

Jakob Heinrich Meyer, 1814 – 1894, der spätere Stadtratsweibel von Winterthur, geriet 1848 in Paris in die Barrikadenkämpfe und wurde verhaftet. Im Gefängnis, wo er nicht wusste, ob er lebend wieder herauskommen würde, hat er in eindrücklicher Weise den ersten Teil seines Lebens beschrieben. Seine Aufzeichnungen sind eine Gelegenheit, Einblick in den Werdegang eines einfachen Handwerkers im 19. Jahrhundert zu nehmen. Die Darstellung der Krankheiten in seiner Jugend, der Ausbildung zum Buchbinder, der Wanderjahre als Geselle und der Erlebnisse während der politischen Unruhen in Paris sind wohl einmalig.

 

Seine spätere Lebenszeit hat Jakob Meyer nicht mehr selbst beschrieben. Die erhaltenen Dokumente geben den Eindruck eines bescheidenen, um den Unterhalt seiner grossen Familie kämpfenden Mannes in einer für die Bewohner der Stadt Winterthur wichtigen Anstellung.

 

Nach oben

Winterthurer Hintergass-Geschichten

Ein historischer Spaziergang durch die Steinberggasse

347. Neujahrsblatt 2013

 

Mit Beiträgen von Kurt Spiess, Marlis Betschart, Peter Niederhäuser, Heinz Pantli, Regina Speiser, Werner Wild und Heidi Witzig

 

Hat der Name «Hintergasse» einen «despektierlichen Beigeschmack», oder ist er als historische Bezeichnung eine unveränderliche Grösse der städtischen Geschichte? Um 1900 standen sich die Meinungen diametral gegenüber. Als neue Bezeichnung für den platzähnlichen städtischen Raum wurde 1904 schliesslich «Steinberggasse» gewählt – zu einer richtigen «Strasse» reichte es trotz des Engagements des Quartiervereins nicht.

 

Dieser Streit ist charakteristisch für eine Gasse, die früher wie heute im Schatten der Marktgasse steht, die aber gerade deshalb ihre Substanz und ihr Erscheinungsbild wahren konnte. Das reich illustrierte Neujahrsblatt stellt die Geschichte der Gasse wie ihrer Menschen vor und porträtiert ausgewählte Häuser. Es erinnert aber auch an die jüngste Vergangenheit: den Kampf um eine autofreie Altstadt, die Errichtung der Judd-Brunnen sowie den Wochenmarkt und andere Veranstaltungen, die das besondere Ambiente dieser reizvollen und keineswegs abgelegenen Gasse ausmachen.

 

Nach oben

Die Hülfsgesellschaft Winterthur 1812-2012

Helfen als Verpflichtung

346. Neujahrsblatt 2012

 

Thomas Buomberger

 

Armut, Hunger und Not waren die Grundübel Anfang des 19. Jahrhunderts. Auf Initiative von philanthropisch gesinnten Bürgern wurde 1812 die Hülfsgesellschaft Winterthur gegründet mit dem Ziel, die Not der armen Bevölkerung in Winterthur und Umgebung zu lindern. Im Laufe ihrer Geschichte lancierte sie zahlreiche sozial fortschrittliche Projekte, die später als selbstverständliche Aufgaben in den Sozialstaat integriert wurden.

 

Die Hülfsgesellschaft verstand sich in ihren Anfangszeiten als Vereinigung von liberal gesinnten «Menschenfreunden», die die gröbsten Auswüchse des sozialen und wirtschaftlichen Wandels lindern helfen wollte. Dazu gehörte nicht nur die Bekämpfung von Armut, Wohnungsnot, Tuberkulose und Alkoholismus, sondern auch die Förderung von begabten Jugendlichen. Denn eine gute Bildung wurde als beste Versicherung gegen Armut betrachtet. Heute selbstverständliche soziale Einrichtungen wie Kindergärten oder Altersheime waren ebenfalls Pionierwerke der Hülfsgesellschaft.

 

Die Geschichte der Hülfsgesellschaft widerspiegelt die Entwicklung der Stadt im Blick auf die soziale Situation der Bewohnerinnen und Bewohner. Damit ist sie ein wichtiges Stück der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte Winterthurs der letzten 200 Jahre.

 

Nach oben

Bilderwelt des Spätmittelalters

Die Wandmalereien im Kloster Töss

345. Neujahrsblatt 2011

 

Mit Beiträgen von Silvia Volkart, Heinz Hinrikson, Peter Niederhäuser und Zeichnungen von Beat Scheffold.

 

Das Dominikanerinnenkloster Töss erlebte im Spätmittelalter eine Blütezeit. Die Nonnen liessen ein Klausurgebäude errichten und den Kreuzgang ausmalen. Auf 160 Metern Wandfläche entstand eine Bilderwelt mit Geschichten aus dem Alten und Neuen Testament. Der Gemäldezyklus war dominikanisch geprägt, spiegelte aber die um 1500 in Töss lebende Frauengemeinschaft wider: Ein selbstbewusster Konvent von Schwestern aus traditionsreichen Familien, der sich mit der Ausschmückung des Kreuzgangs ein Denkmal setzte. In der Sprache der Bilder dokumentierte er sein religiöses Selbstverständnis und sein

Verbundensein mit der Welt jenseits der Klostermauern.

Die mit der Ausstattung betrauten Maler schöpften aus dem Bilderfundus der Zeit: Buchillustrationen, Kupferstiche und Altartafeln boten ihnen einen reichen Schatz. Der Tösser Zyklus weist in die Künstlerwerkstätten von Colmar, Nürnberg und Zürich. Einzigartig war auch die bemalte Sockelzone. Sie vermittelt – wenn auch nur noch in fragmentarischer Weise – einen Einblick in die familiären Bindungen der Frauen von Töss, aber auch in die spätmittelalterliche Familien- und Machtpolitik.

 

Die Wandmalereien wurden im 19. Jahrhundert zerstört. Dank Nachzeichnungen durch Zürcher und Winterthurer Künstler sind sie uns jedoch überliefert.

 

Nach oben

Titelbild Neujahrsblatt 2010

Präsent

Zum 350-Jahr-Jubiläum der Winterthurer Bibliotheken

344. Neujahrsblatt 2010

 

Mit Beiträgen von Maria Ambühl, Michael Bader, Andres Betschart, Christian Brassel, Monika Burch, Yvonne Furrer, Christl Göth, Harry Joelson-Strohbach, Adina Lieske, Jörg Mühlemann, Hermann Romer, Ilona Schellenberg, Tina Schönfelder, Martin Steger, Kurt Steiger und Barbara von Matt

 

Zu ihrem Jubiläum sind die Winterthurer Bibliotheken so jung und präsent wie vor 350 Jahren. Mit diesem Buch machen sie ihrer Kundschaft, ihren Partnern und sich selbst ein individuelles, unverwechselbares Präsent. Ein Buch, das die engagierte und zukunftsweisende Winterthurer Bibliothekrealität widerspiegelt. Und das zeigt, dass die Winterthurer Bibliotheken eine zentrale Institution für Informationsvermittlung und Freizeitgestaltung der Bevölkerung sind. Informative Themenartikel setzen sich mit Vergangenheit und Gegenwart der Bibliotheken auseinander, kurzweilige Porträts stellen die sieben Bibliotheken vor. Aktive wie ehemalige Mitarbeitende geben Auskunft über ihren Beruf und einen Einblick in die Arbeitswelt «Bibliothek». Nutzerinnen und Nutzer äussern stellvertretend für 25 000 aktive Kundinnen und Kunden ihre persönliche Meinung über die Winterthurer Bibliotheken.

 

Entstanden ist die Collage eines bunten Lese-, Debattier- und Begegnungsraums, wo Literatur, Bildung und Kultur lebendig ist. Im Zusammenklang der Beiträge wird spürbar, weshalb die Winterthurer Bibliotheken 350 Jahre alt werden konnten und doch jung geblieben sind. Daran soll sich auch in Zukunft nichts ändern.

 

Nach oben

Neujahrsblatt 2010 Philatelie

Im Spiegel der Philatelie

Winterthur als Handels- und Industriestadt

343. Neujahrsblatt 2010

 

Mit Beiträgen von Alfred Bachmann, Christof Dejung, Markus Jedele-Schudel, Dieter Kläy, Peter Niederhäuser, Hermann Weigold, Urs Widmer

 

Als im Sommer 1899 das neue Postgebäude am Bahnhofplatz den Betrieb aufnahm, erhielt Winterthur mehr als nur einen zweckmässigen Bau. Zusammen mit dem neuen Bahnhof bildete dieses das monumentale Eingangsportal zur Stadt, aber auch das Verbindungsglied zur weiten Welt. Eisenbahn und Postverkehr stehen gleichermassen für den Siegeszug der Moderne.

 

Als die Post den Neubau bezog, konnte die Eulachstadt auf turbulente Jahrzehnte zurückblicken. Wie zu keiner Zeit vor- oder nachher erlebte Winterthur im 19. Jahrhundert einen tiefgreifenden Wandel. Aus einem beschaulichen Landstädtchen wurde eine Industriestadt, aus einem mauerbewehrten Ort eine weit in die Landschaft ausgreifende Grossstadt, aus einem verträumten Regionalmarkt ein Ort mit weltweiten Verknüpfungen. Zu diesem Wandel haben Handelshäuser beigetragen, später folgten Textilfabriken, ehe dann die Maschinenindustrie Winterthur als «Stadt der Arbeit» bekannt machte.

 

Der Schritt in die Moderne ist ein Sprung ins Informations- und Kommunikationszeitalter. Handelsfirmen und Industriebetriebe waren gleichermassen auf postalische Kanäle angewiesen, um ihre rasch wachsenden Geschäfte tätigen zu können. Das 19. Jahrhundert ist deshalb auch die grosse Zeit der Post. Briefmarken und ein geregelter Briefverkehr, aber auch Telegrafen und Telefone stehen für Neuerungen, die heute alltäglich erscheinen, damals aber ungeahnte Möglichkeiten eröffneten.

 

Das 125-Jahr-Jubiläum des Philatelistenclubs Winterthur bietet jetzt die Gelegenheit zu einer reich bebilderten Rückschau auf die Post- und Wirtschaftsgeschichte von Winterthur. Vorgestellt werden nicht nur einzelne Handelshäuser und Firmen, sondern auch das Postwesen und Philatelie in breitesten Sinn, die alle einen überraschenden und spannenden Einblick in ein wenig bekanntes Kapitel der Winterthurer Geschichte vermitteln.

Nach oben

Seen in der Neuzeit

Dorf - Vorort - Wohnstadt

342. Neujahrsblatt 2009

 

Mit Beiträgen von Peter Albertin, Andres Betschart, Martin Leonhard, Adrian Mebold, Peter Niederhäuser, Verena Rothenbühler und Samuel Studer

 

Einige Ortsteile von Winterthur haben bereits 'ihr' Neujahrsblatt bei der Stadtbibliothek. Die Geschichte von Seen hat drei Bände beansprucht: Nach «Seen im Mittelalter» von Hans Kläui (1994) und «Seen 1500-1800» von Alfred Bütikofer (2006) ist nun mit «Seen in der Neuzeit», geschrieben von acht Autorinnen und Autoren, der Rückblick komplett.


Als «grosses Pfarrdorf in einer angenehmen Gegend», dessen Einwohner sich vor allem mit Landwirtschaft beschäftigen, wurde Seen in der Mitte des 19. Jahrhunderts in einem Ortslexikon beschrieben. Heute fällt es schwerer, den Charakter von Seen in wenigen Worten zu beschreiben. Seit 1922 in der Stadt Winterthur eingemeindet, hat Seen in den letzten Jahrzehnten einen immensen Bauboom erlebt, der die Bevölkerung innerhalb einer Generation verdoppeln und den Stadtteil zu einer eigentlichen Stadt werden liess.

Der Blick in die Vergangenheit öffnet ein weites Feld von (Dorf-)Geschichten, die im Spannungsfeld von Stadt und Land, von Landwirtschaft und Industrie, von Hügeln und Ebene, von Dorf und Aussenwachten stehen. Ein breites Panorama dieser Welt skizzierend, stellen die einzelnen Kapitel den Alltag aus ganz unterschiedlichen Perspektiven dar und entwerfen so ein Bild, das den Stadtteil in neuem, manchmal ungewohntem und oft auch überraschendem Licht zeigt.

 

Nach oben

Beethoven und Winterthur

Die 32 Klaviersonaten

341. Neujahrsblatt 2008

Mit Beiträgen von Gertrud Muraro-Ganz, Werner Pfister und Walter Weidringer

Im Unterschied zu Mozart, der hier im Herbst 1766 kurz Station machte, war Beethoven nie in Winterthur. Präsent aber war er dennoch, und das bereits zu seinen Lebzeiten durch seine Werke. Mit dem Werk kamen namhaften Beethoven-Interpreten nach Winterthur wie Clara Schumann oder Eugene d’Albert. Im 20. Jahrhundert fanden in der Ära Hermann Scherchens als musikalischer Leiter des Musikkollegiums Beethoven-Konzerte unter illustren Dirigenten wie Wilhelm Furtwängler oder Felix Weingartner statt.

Das 341. Neujahrsblatt der Stadtbibliothek Winterthur widmet sich Beethoven und Winterthur, ergänzt durch zahlreiche Abbildungen, die ihrerseits die wechselvolle Geschichte der Beethoven-Interpretation dokumentieren. Das Neujahrsblatt begleitet nicht nur die Konzertreihe des Musikkollegiums Winterthur, in der der österreichischen Pianist Till Fellner von Oktober 2008 bis Mai 2010 in sieben Teilen alle Klaviersonaten zu Gehör bringt. Mit Informationen zur Entstehungsgeschichte und Rezeption ist das Neujahrsblatt 'Beethoven und Winterthur' auch darüber hinaus für Freunde und Freundinnen der klassischen Musik ein Gewinn.

 

Nach oben

Winterthur und die Eisenbahn zur Zeit der Dampflokomotiven

1848 - 1968

340. Neujahrsblatt 2008

Peter Strupler

Schon bevor die ersten Dampfzüge den Bahnhof Winterthur verliessen, wurden die Bedingungen für die spannende Beziehung Winterthurs zur Eisenbahn gesetzt. Die Gründung der Privatbahngesellschaften, die Entwicklung des schweizerischen Liniennetzes und die Entstehung einer bedeutenden Eisenbahnindustrie bestimmten die Gründerjahrzehnte und lieferten die Grundlagen zur Eisenbahnstadt Winterthur. In der Geschichte der Dampfbahnzeit spiegeln sich die Wechselbeziehungen von Wirtschaft und Politik, nationalen und unternehmerischen Interessen, weitsichtiger Investition und gewinnsüchtiger Spekulation. Die Entstehung eines leistungsfähigen nationalen Transportsystems förderte direkt und indirekt den Wirtschaftsstandort Winterthur.

Der Autor Peter Strupler beschreibt die Zeit zwischen 1840 und 1970, von der Erfindung der Eisenbahnen mit Dampfbetrieb bis zum Einsatz der letzten Dampflokomotiven im Linienbetrieb der Schweiz. Ihm ist ein lebendiges und spannendes Sachbuch für interessierte Nichteisenbahner gelungen.

Nach oben

Backsteinvillen und Arbeiterhäuser

Der Winterthurer Architekt Ernst Jung (1841 - 1912)

339. Neujahrsblatt 2008


Moritz Flury-Rova


Ernst Jung (1841-1912) war im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts der führende Architekt in Winterthur. Er hat die Stadtgestaltung in einer Phase rasanten Wachstums wesentlich mitgeprägt. Seiner Planung und Gestaltung entspringen unter anderem wichtige Arbeitersiedlungen, die Gründungsanlage der Schweizerischen Lokomotiv- und Maschinenfabrik und fast alle herrschaftlichen Villen dieser Zeit. Die grosse stilistische Vielfalt der gründerzeitlichen Architektur spiegelt sich in seinen Bauten, die den Bogen spannen vom romantischen Schloss Wart bis hin zu modernen aus Grossbritannien inspirierten Backsteinvillen. Das Buch stellt erstmals die im öffentlichen Leben vielfältig engagierte Person des Architekten vor und ordnet sein reiches Werk in den architekturgeschichtlichen Zusammenhang ein.

Das Neujahrsblatt der Stadtbibliothek publiziert eine fundierte Arbeit, die im Wintersemester 2005/2006 an der Universität Zürich als Dissertation angenommen worden ist. Sie enthält die Biografie des Architekten, gibt einen Überblick über dessen Winterthurer Schaffen und liefert ein komplettes Werkverzeichnis seiner Bauten. Spezielle Beachtung findet auch Jungs kunstgewerbliches Schaffen. Im Anhang sind seine theoretischen Schriften und wichtige Referate aufgelistet.

Der Autor, Moritz Flury-Rova, ist ein profunder Kenner der Architektur der Gründerzeit und arbeitet heute bei der Denkmalpflege des Kantons St. Gallen.

Nach oben

Vom Bronzebeil zur WC-Schüssel

50 Jahre Museum Lindengut Winterthur

338. Neujahrsblatt 2007


Mit Beiträgen von Marcel Bearth, Waltraut Bellwald, Andres Betschart, Marlis Betschart, Roland Cuendet, Ulrich Eberli, Renato Esseiva, Harry Joelson, Hermann Romer, Andrea Tiziani, Benedikt Zäch, u.a.

Als repräsentativer Landsitz, stimmungsvolles Traulokal, Museum für Winterthurer Geschichte und romantischer «Vögeli-Park» ist das «Lindengut» ein Ort vieler Bedeutungen. Dabei geht oft vergessen, dass die Erhaltung dieses bedeutenden Ensembles keine Selbstverständlichkeit war. Als die Stadt Winterthur 1946 das «Lindengut» von einer Erbengemeinschaft übernahm, war die Nutzung zudem keineswegs vorgegeben. Erst nach harten Diskussionen und grossen Anstrengungen konnte der Historisch-antiquarische Verein am 23. Juni 1956 im Herrenhaus ein lange angestrebtes Heimatmuseum eröffnen, das ein Ort der Erinnerung, Besinnung und Belehrung sein sollte.

Heute, 50 Jahre später, will das «Lindengut» schon lange kein «Heimatmuseum» mehr sein und sucht einen neuen Weg als modernes Geschichtsmuseum. Wenig bekannt ist hingegen die Sammlung, die den Grundstock des Museums bildet und ganz unterschiedliche Gegenstände – aus der Frühgeschichte wie aus der Gegenwart, wertvolle Unikate wie scheinbar banale Alltagsobjekte – umfasst.

Das Neujahrsblatt der Stadtbibliothek enthält Beiträge von 29 Autorinnen und Autoren und wurde von Peter Niederhäuser und Marcel Bearth fachkundig zusammengestellt und redigiert. Aus Anlass des 50-Jahr-Jubiläums des «Museums Lindengut» sollen deshalb 50 Gegenstände ausführlicher vorgestellt werden, die einen ungewohnten, überraschenden und unterhaltsamen Blick auf die Winterthurer Geschichte werfen und so beste Winterthurer Geschichte(n) erzählen.

 

Nach oben

Seen

1500 - 1800

337. Neujahrsblatt 2006


Alfred Bütikofer

Angesichts der rasanten Veränderungen in den letzten Jahrzehnten erinnert der vorliegende Band zu Seens Ortsgeschichte in der Frühen Neuzeit an eine fast verschollene Welt: An Jahrhunderte, in denen ohnmächtige Abhängigkeit von der Natur die «Lebenserwartung» bestimmte, Hunger und Seuchen die Bevölkerung heimsuchten und allgegenwärtige Armut viele in die Fremde trieb. Ihre vielfältigen Schicksale lassen sich in den Quellen oft bis ins Einzelne fassen. Zugleich führt die Frage nach den Lebensbedingungen in weitere wirtschaftliche und soziale Zusammenhänge. Der Weg und der Abstand zur Gegenwart zeigt sich im Wachstum und Verschwinden der 17 Siedlungen oder in den Errungenschaften einer eigenen Kirche und Schule. Werden und Wirken der alten Dorfgemeinden bilden Wurzeln unserer kommunalen Autonomie und direkten Demokratie und das Regiment der «Gnädigen Herren», verkörpert durch den Landvogt auf der nahen Kyburg und vermittelt durch den Untervogt, entwickelt Ansätze moderner Staatlichkeit. Der Band bietet vielfältige Einblicke in eine dörfliche Gesellschaft vor den Toren der Stadt Winterthur und trägt dazu bei, diese zugleich ferne und nahe Welt vor dem Vergessen zu bewahren.

Nach oben

Im Orient von Winterthur

Freimaurer und die Architektur der Gründerzeit

336. Neujahrsblatt 2005


Mit Beiträgen von Moritz Flury-Rova, Cristina Mecchi, Peter Niederhäuser, Heinz Pantli, Meinrad Suter

Mit der feierlichen Einweihung der Loge an der Schwalmenackerstrasse am 6. November 1904 begann ein neuer Abschnitt in der langen Geschichte der Winterthurer Freimaurerei. Die 1820 von angesehenen Persönlichkeiten aus Winterthur und der Ostschweiz gegründete Loge «Akazia» entsprang dem Geist der Aufklärung und verband Anleitung zu «wahrem Menschentum», soziales Engagement und geselliges Beisammensein. Selber Ehrenmitglied der Loge, würdigte Jonas Furrer, erster Bundespräsident der Schweiz, die freimaurerische «Arbeit am rohen Stein» - dem Menschen - als Mischung von Liebe, Weisheit und Humanität.

Zuerst im Haus «Zum Werkhof» an der Technikumstrasse, später im Haus «zum Löwenstein» am Obertor und schliesslich im Haus «zur Bauhütte» am oberen Graben beihei-matet, brachte der repräsentative Neubau im Inneren Lind das gewandelte Selbstverständnis und Selbstbewusstsein der Freimaurer zum Ausdruck. Unter der Federführung von Ernst Constantin Jung, dem langjährigen Logenmeister und bedeutendsten Architekten Winterthurs bis 1900, entstand ein Gebäude, das Vorstellungen und Symbole der Freimaurerei in Stein zu fassen suchte.

Das Neujahrsblatt stellt nicht nur die Geschichte der Loge und der Logenhäuser vor, sondern gibt auch Einblick in die geistige wie gesellschaftliche Bedeutung der Freimaurerei und würdigt das Wirken des Architekten Ernst C. Jung, der wie kaum ein Architekt das gründerzeitliche Winterthurer Stadtbild geprägt hat.

Nach oben

Dem Provinziellen widerstehen

Das Musikkollegium Winterthur 1629 - 2004 im Musikleben der Stadt

335. Neujahrsblatt 2004


Nicole Kurmann

 

Das Musikkollegium Winterthur ist das älteste noch existierende Collegium musicum der Schweiz. Gegründet wurde es im Jahr 1629 von einem Kreis von musikbegeisterten Bürgern der Stadt, die sich wöchentlich zum Musizieren einfanden. Heute ist es eine professionelle Musikgesellschaft, die in der zweitgrössten Zürcher Stadt ein eigenes Orchester unterhält, den Konzertbetrieb organisiert sowie Musikschule und Konservatorium führt.

Den Anlass des vorliegenden Neujahrsblatts bildet das 375-jährige Bestehen des Musikkollegiums Winterthur im Jahr 2004. Das Buch befasst sich mit dessen Geschichte im Musikleben der Stadt von seinen Anfängen bis zur Gegenwart, wobei das besondere Augenmerk den Ereignissen der jüngsten Jahrzehnte gilt. Zwischen 1920 und 1950 erlebte das Winterthurer Musikleben unter dem einflussreichen Gastdirigenten Hermann Scherchen und dank dem Mäzen Werner Reinhart seine bedeutendste Zeit, während der es auch international wahrgenommen wurde. Der Anbruch der fünfziger Jahre markierte für das Kollegium einen Epochenwechsel: 1950 verliess Scherchen Winterthur, 1951 verstarb Werner Reinhart.

Die letzten fünfzig Jahre waren geprägt von den Anstrengungen der Institution, im Bewusstsein seiner Tradition der Provinzialisierung seines Konzertlebens zu widerstehen, von seinem Kampf um die Gunst des Publikums, um Subventionen, um den Erhalt des eigenen Orchesters und der eigenen Musikschule. Die Stadt Winterthur hat heute ein vielfältiges Musikleben, in welches das Musikkollegium eingebettet ist und das nicht zuletzt auch dank ihm von überregionaler Ausstrahlung ist.

Nach oben

Neue Stadtbibliothek in mittelalterlichen Mauern

Geschichte und Gegenwart der neuen Stadtbibliothek und des Tösserhauses in Winterthur

334. Neujahrsblatt 2003


Mit Beiträgen von Pierre Haubensak, Friedrich Keller, Reinhard Kugler, Christian Muntwyler, Max Romann, Hermann Romer, Dieter Schwarz, Rolf Weiss

 

Die neue Stadtbibliothek am Kirchplatz vereinigt mitten in der Winterthurer Altstadt auf acht Stockwerken die aktuellsten Bestände der Stadtbibliothek, der Bibliothek Altstadt und der ehemaligen Gewerbebibliothek. Damit besitzt Winterthur eine der grössten Freihandbibliotheken der Schweiz. Der vorliegende Band schildert die bewegte Geschichte der Stadtbibliothek von der Gelehrtenbibliothek des 17. bis 18. Jahrhunderts über die Magazinbibliothek des 20. Jahrhunderts bis zum multimedialen Informationszentrum des 21. Jahrhunderts.

Für die neue Bibliothek wurden zwei Altstadtliegenschaften an der oberen Kirchgasse erneuert, der «Blumengarten» und das «Tösserhaus». Die baugeschichtlichen Beiträge zeigen die verschiedenen Projekte aus den vergangenen zwanzig Jahren, die Umgestaltung der beiden Altstadtliegenschaften sowie die wertvollen historischen Erkenntnisse, die dank archäologischen und bauanalytischen Untersuchungen gewonnen wurden. In den noch erhaltenen mittelalterlichen Mauern wurde das älteste, datierte Steinhaus der Stadt aus dem Jahre 1197 gefunden; seine Aussenmauer ist im Erdgeschoss der neuen Stadtbibliothek wieder sichtbar.

Ein spezieller Beitrag ist der Kunst am Bau des Zürcher Künstlers Pierre Haubensak gewidmet. Seine Wandmalereien «Wortwasserfall» und «Netz» gehen auf die bestehende Bausubstanz ein und setzen im achtstöckigen Bau markante Akzente.

Nach oben

Industriekultur in Winterthur

333. Neujahrsblatt 2003


Mit Beiträgen von Hans-Peter Bärtschi, Sylvia Bärtschi-Baumann, Thomas Buomberger, u.a.

Winterthur, die Stadt der Museen, Pärke und Gartensiedlungen, erreichte ihre besondere kulturelle Blüte dank der Industrie. Industrie und Handel haben Winterthur in der Welt bekannt gemacht. In den vergangenen 20 Jahren erlitt die einst wichtigste Schwerindustriestadt der Schweiz einen Kahlschlag an industriellen Arbeitsplätzen, von 14'000 um 1970 hat Sulzer bis heute über 13'000 verloren. Vorgestellt wird das bedeutende bauliche Erbe aus der Zeit, in der Industrie- und Handelsfirmen Winterthurs Namen in der Welt bekannt machten: Maschinen, Fabriken, Kanäle, Verkehrsanlagen und die dazugehörigen Villen und Arbeiterhäuser. Zudem wird in dieser Gesamtschau der seit 1989 bestehende Industrie-Veloweg Winterthur vorgestellt. Er verbindet 20 der attraktivsten Standort, die Winterthur als Industriestadt zeigen. Am 15. September 2002 wird der nun 12 Jahre alte Veloweg als Industriekulturweg neu gestaltet sein.

Nach oben

Hegi

Ein Dorf in der Stadt


332. Neujahrsblatt 2002

Mit Beiträgen von Bruno Bossart-Canossa, Moritz Flury-Rova, Dieter Kläy, Doris Klee, Eva Maeder, Adrian Mebold, Peter Niederhäuser, Flurina Pescatore, Jürg Rohner, Markus-Hermann Schertenleib, Alfred Schneider, Raphael Sennhauser, Hans-Peter Stutz, Andrea Tiziani

Die am nordöstlichen Stadtrand von Winterthur liegende Ortschaft Hegi ist vor allem durch die gut erhaltene spätgotische Schlossanlage bekannt, ein ehemaliges Weiherhaus, an dessen Bau Landadlige, Bischöfe und Zürcher Landvögte mitgewirkt haben. Aber auch der alte Dorfkern erinnert an die Vergangenheit von Hegi, das 1922 mit der Eingemeindung seine politische Eigenständigkeit, nicht aber seine Identität verloren hat. Winterthur blieb lange Zeit eine ferne Stadt, der Weg dorthin von Hindernissen gesäumt.

Bis weit in die Gegenwart hinein wusste der Ort im Schatten der Industrie seinen dörflichen Charakter zu wahren – um so hektischer verlief dafür die Entwicklung in den letzten Jahrzehnten. Das Jubiläum zum 75-jährigen Bestehen des Ortsvereins, der den Werdegang Hegis massgeblich begleitet und mitgeprägt hat, bildet jetzt die Gelegenheit zu Rückblick und Bestandesaufnahme.

Verschiedene Autorinnen und Autoren entwerfen ein weitausgreifendes Bild, das nicht nur die Geschichte der ursprünglichen Gemeinde, sondern auch das frühere Dorfleben und den tiefgreifenden Wandel der jüngsten Vergangenheit zur Sprache bringt. Beiträge von alteingesessenen Hegemern, engagierten Dorfbewohnern, Architekturkritikern und Fachhistorikern zeichnen das reich illustrierte Panorama einer Ortschaft, die sich bis heute weniger als Teil der Stadt denn als Dorf am Rande Winterthurs versteht..

Nach oben

Winterthur im Umbruch

1798 - 1848

329. Neujahrsblatt 1999


Alfred Bütikofer und Meinrad Suter

Die ehemalige Munizipalstadt Winterthur war von den Wirkungen des politischen, wirtschaftlichen und sozialen Wandels um 1800 stark betroffen. Ihre Bürger nahmen an den demokratischen und industriellen Umwälzungen regen Anteil. Sie nutzten den neuen Spielraum in der industriellen Produktion und im Handel und schufen bedeutende wirtschaftliche Unternehmen. Auch an der Gestaltung des f6derativen und liberalen Nationalstaats wirkten sie intensiv mit, was sinnbildlich in der politischen Karriere Jonas Furrers zum Ausdruck kommt. Der Winterthurer Jurist wurde 1848 zum ersten Bundespräsidenten der Schweiz gewählt.
Das Buch stellt ausgewählte Aspekte, Entwicklungen und Ereignisse, Auseinandersetzungen und Errungenschaften, Persönlichkeiten und Schauplätze dieser spannenden und bewegten Epoche der Stadtgeschichte in Text und Bild vor.
Es liefert historische Hintergrundinformationen und rekonstruiert sozial- und wirt- schaftsgeschichtliche Zusammenhänge dieser Aufbruchzeit.

 

Die beiden Autoren Alfred Bütikofer und Meinrad Suter haben im Auftrag des Historischen Vereins Winterthur das vor- liegende Werk als Begleitband zur gleichnamigen Ausstellung im Museum Lindengut, Winterthur, verfasst. Die zahlreichen Abbildungen reproduzieren die bemerkenswertesten Exponate dieser Ausstellung.

Airred Bütikofer, 1944 geboren, studierte Geschichte an der Universität Zürich. Seit 1981 ist er Stadtarchivar in Winterthur. Er verfasste zahlreiche Arbeiten, vornehmlich zur Winterthurer Stadt- und Wirtschaftsgeschichte des 19. Und 20. Jahrhunderts.

Meinrad Sutter, 1959 geboren, studierte nach seiner Lehrerausbildung ebenfalls Geschichte an der Universität Zürich. 1992 promovierte er mit der Dissertation “Winterthur 1798-1831. Von der Revolution zur Regeneration” (Neujahrsblatt der Stadtbibliothek Winterthur 323). Seit 1992 ist er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Staatsarchiv Zürich tätig; sein Forschungsschwerpunkt bildet die zürcherische Landesgeschichte.

Nach oben

Rechte Spalte